Pfälzer Riesling

Riesling zählt im Weinland Deutschland, und natürlich auch im Anbaugebiet Pfalz zur Vorzeigerebsorte. Auf einer Fläche von über 5000 Hektar, was einem Anteil von über 20 Prozent der gesamten Rebfläche entspricht, wird in der Pfalz Riesling angebaut. Ein typischer Riesling aus der Pfalz zeigt eine hellgelbe Farbe mit grünlichen Nuancen. In der Nase dominiert Pfirsich und im Mund fruchtige Aromen nach grünen knackigen Äpfeln. Eine mineralische Note bringen etwa die Schiefer- und Buntsandsteinböden der Pfalz mit. Das Anbaugebiet Pfalz kann man grob in zwei große Anbauzonen für Riesling unterteilen. Zum einen in das Anbaugebiet Südliche Weinstraße und das Gebiet der Mittelhardt, welches von Neustadt bis Bockenheim entlang der Deutschen Weinstraße liegt. Die Weinorte Deidesheim, Ruppertsberg und Forst im Anbaugebiet Mittelhaardt sind berühmt für ihre Riesling-Lagen, zu denen die Forster Lagen Kirchenstück, Pechstein und Ungeheuer, der Deidesheimer Langenmorgen oder Wachenheimer Gerümpel zählen. Hier findet man Traditionsweingüter wie das Weingut von Winning, Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl, das Weingut Heinrich Spindler und das Weingut Dr. Bürklin Wolf um nur einige wenige aufzuzählen. Auch immer mehr junge Talente machen im Anbaugebiet Mittelhaardt mit ihren Rieslingen von sich Reden und überzeugen Weinliebhaber, Experten und die Fachpresse mit Weinen von überragender Qualität und Geschmack.

 

Winzer in der Südlichen Weinstraße

Aber auch die Winzer der Südlichen Weinstraße, die in Neustadt beginnt und in Schweigen-Rechtenbach am Deutschen Weintor endet (wie auch die Deutsche Weinstraße) erzeugen Rieslinge von besonderer Güte. Hier sind es neben VDP Betrieben wie dem Weingut Friedrich Becker und dem Weingut Dr. Wehrheim in dem schönen Weinort Birkweiler viele junge Winzer, die ihre Leidenschaft für den Riesling entdeckt haben und, zu Recht wie man an dieser Stelle sagen muss, immer mehr Aufmerksamkeit der Weinwelt bekommen, sei es von Liebhabern, der Fachpresse oder auch der Gastronomie. Denn immer mehr Gastronomen, auch außerhalb der Pfalz, erweitern ihre Weinkarte mit Rieslingen der „Jungen Wilden“. Hier wollen wir eine kleine Auswahl vorstellen, die natürlich nicht der ganzen Bandbreite an wirklich hervorragenden Weinen entspricht. Vorweg geht hier das Weingut Gies-Düppel in Birkweiler. Winzer Volker Gies gilt schon seit einigen Jahren als echter Experte für Riesling. Kaum einer schafft es so gut, das Terroir seiner Weinberge so herauszukitzeln und zu differenzieren. Der  Riesling SCHIEFER aus dem Birkweiler Kastanienbusch ist ein sehr mineralischer Wein. Zupackend und elegant, Aromen nach Kräutern mit einer würzigen Note und die lebendige Säure, lassen den Gies-Düppel Riesling SCHIEFER trotz seiner Kraft feingliedrig wirken. Im Mund, die für Schieferböden typische Mineralität und den fruchtigen Geschmack nach grünen Äpfeln und reifen Aprikosen. Serviert zum Kalbsteak mit einer cremigen Pilzsauce und jungen Karotten - ein Traum!

Jungwinzer Mathias Wolf vom gleichnamigen Weingut in Birkweiler an der Südlichen Weinstraße hat sich in den letzten Jahren als eine feste Größe in der Szene der deutschen Nachwuchswinzer etabliert. Zuletzt belegte er bei dem renommierten Pfälzer Weinpreis für Jungwinzer „Die junge Südpfalz. Da wächst was nach 2018.“ einen hervorragenden dritten Platz in der Gesamtwertung. In der Kategorie Riesling ging er mit seinem  Riesling Schiefer aus dem Birkweiler Kastanienbusch als klarer Sieger hervor. Hier lobte die Jury im Besonderen die tolle Reife des Weins und den zarten Blütenduft.

Einen herrlich fruchtiger und saftiger  Riesling aus der Pfalz kommt vom Weingut Ellermann-Spiegel. Im Frühling und Sommer ein Wein, der niemals leer werden darf - unser Riesling-Liebling für jeden Tag ein lebhafter Riesling mit einem tanzenden Spiel von Süße und Säure, Aromen von saftigem Pfirsich und einem sommerlichen Hauch von Zitrusfrucht. Ein sehr charmanter Begleiter zu leichten Gerichten mit Fisch und Geflügel, gerne auch mal, wenn asiatisch angehaucht gewürzt wird. Auf jeden Fall sollte von dem Ellermann-Spiegel Riesling Gutswein immer mindestens eine Flasche gut gekühlt da sein, denn auch zum Picknick, zum Grillen oder einfach nur so kann man von diesem Wein nicht genug bekommen. Ein Pfälzer Riesling mit einem für uns sehr guten Verhältnis von Preis und Genuss.

 Pfälzer Rieslingschorle - für eine gute Schorle braucht es einen guten Wein

PFÄLZER RIESLINGSCHORLE – für eine gute Schorle braucht es einen guten Wein

„Was wuonaschd is ä Blumevas, in de Palz is ä Dubbeglas!“ Für eine Pfälzer Weinschorle muss es zwar nicht immer ein Riesling sein. Auch ein trockener Silvaner oder Weissburgunder eignen sich hervorragend als Schorlewein. Doch an dieser Stelle wollen wir ein typische Pfälzer Rieslingschorle mischen und dazu diese Liter Rieslinge empfehlen:

Der  BIO Riesling Liter vom Weingut Leiner in Ilbesheim ist ein trockener Riesling mit einer knackigen Säure und fruchtigen Aromen nach grünem Apfel und frischem Pfirsich. Der Liter Riesling vom Bioweingut Leiner eignet sich gut zu einer Brotzeit, zur Sommerküche und Gartenfesten mit der Familie und Freunden, da er sich auch gerne zu einer spritzigen Pfälzer Riesling-Schorle mischen lässt. Es gibt genug Gründe die eine oder andere Flasche von Leiners Liter Riesling auf Lager zu haben.

Der  Riesling Liter vom Weingut Faubel ist schon eine Riesling-Berühmtheit. "Es gibt recht viele gute Literweine - und es gibt Faubel!", so der Gault&Millau 2015. Der Weinführer wählte den Riesling Liter vom Weingut Faubel zum zweitbesten Literwein Deutschlands und als bester Riesling-Liter Deutschlands. Und auch die Nachfolgejahrgänge 2016 und 2017 stehen dem in nichts nach. Ein klarer und frischer Liter-Riesling mit den für den Riesling typischen Aromen von Apfel und Zitrus. Ein unkomplizierter Wein, der einfach Spaß macht! Das Weingut Faubel hat mit dem Liter Riesling einen Wein der begeistert. Knackig, fruchtig und jung! So soll ein Pfälzer Riesling im Liter schmecken. Solo oder in einer spritzigen Weinschorle, mit dem Faubel Riesling Liter hat man den richtigen Wein gewählt.

Das Weingut Lidy im pfälzischen Frankweiler ist ein familiengeführtes Weingut mit rund 20 Hektar Anbaufläche. Winzer Bertram Lidy, der bei der Weingröße Hans-Günther Schwarz seine Ausbildung zum Winzer absolviert hat, ist zusammen mit Sohn Marcel für die Geschicke und den Keller beim Weingut lidy verantwortlich. Der Riesling Liter aus dem Basissegment des Weinguts ist ein  spritziger und rassiger Wein. Ein unkomplizierter und süffiger Trinkwein, der mit einem sehr guten Preis-Genuss Verhältnis aufwarten kann. Ob pur, als sommerliche Schorle auf Eis oder zur Pfälzer Hausmacher, mit dem Lidy Liter Riesling liegt man immer richtig. Ein Riesling wie er sein soll!

Die Pfälzer Weinschorle ist ein einfaches Mischgetränk aus viel! Wein und wenig! Wasser, auf einem Pfälzer Weinfest, in der Straußenwirtschaft oder einer Pfälzer Wanderhütte bekommt man eine Weinschorle mit ¾ Anteil Wein und ¼ Wasser. Wer es gerne etwas „dünner“ mag, bestellt sich eine „Sommerschorle“ mit einem halb-halb Mischverhältnis, bei heißen Temperaturen auch gerne mal mit Eiswürfeln. Als Wein empfiehlt sich ein halbtrockener oder trockener Riesling. Es sollte ein junger, nicht zu komplexer aber sauberer und hochwertiger Wein sein. Dazu wird ein kohlensäurehaltiges Mineralwasser gemischt. Serviert natürlich im 0,5L Schoppenglas. Wir Pfälzer bevorzugen hier das original „Dubbeglas“, dieses Glas ist der Inbegriff für Pfälzer Geselligkeit „Was wuonaschd is ä Blumevas, in de Palz is ä Dubbeglas!“. Das Dubbegglas geht in einer geselligen Weinrunde von Hand zu Hand, natürlich darf man auch gerne alleine daraus trinken ;-) Metzger aus Bad Dürkheim sollen das Pfälzer Dubbeglas erfunden haben. Denn bei den Schlachtfesten, die so zur Pfalz gehören wie die Pfälzer Weinschorle, sind die üblichen glatten Weinstangen zu leicht aus den feuchten Händen geglitten.

„De Dorscht, der macht erscht richtig Spaß, hoscht so e Pfälzer Dubbeglas!“ gewidmet. Aber auf jeden Fall macht die Pfälzer Weinschorle nur Spaß, wenn man einen leichten, spritzigen, trockenen (auch halbtrockenen) und ganz wichtig  fehlerfreien Wein benutzt, der auch pur gut zu genießen ist. Denn eine Weinschorle ist kein Platz um schlechten Wein loszuwerden, wie Nicht-Schorle-Trinker gerne behaupten. Auch durch die Kohlensäure im Wasser kommen eventuelle Fehler im Wein noch eher zur Geltung. So mischen die Pfälzer ihre Weinschorle frei nach dem Motto „für eine gute Schorle braucht es einen guten Wein“. Prost!

 

PURER GENUSS – Riesling von trocken bis süss

Ein Riesling ist ein Wein mit sehr vielen Facetten. Seine feine Rasse und Eleganz, gepaart mit fruchtigen Aromen nach Apfel, Zitrusfrucht und Pfirsich kennzeichnen den Riesling. Typisch für den Riesling ist seine herrliche Fruchtsäure, die gerade bei jungen, trockenen und halbtrockenen Weinen besonders gut herauskommt.

Als Schoppenwein, trocken oder halbtrocken zur sommerlichen Küche mit vielen frischen Zutaten, Fisch und Seafood oder als reife Spätlese zu kräftigen Speisen, auch gerne mit cremigen Saucen. Ein edelsüsser Riesling kann ein festliches Menü als Aperitif eröffnen oder etwa zum Blauschimmelkäse mit Birnensenf das Essen genussvoll abschließen. Zu fruchtigen Desserts sind süße Riesling Spätlesen oder edelsüße Auslesen vorzüglich.

 

RIESLING SCHMECKT! – Ein eleganter Wein mit Charakter

Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Deshalb ist dieser Weißwein prädestiniert für die Pfalz, wo er in der späten Herbstsonne in den Anbaugebieten Mittelhaardt und Südliche Weinstraße auf steilen sonnenverwöhnten, vom Wind geschützten Hänge seine Reife vollenden kann. Hier bekommen die Reben im späten Herbst noch ausreichend Wärme für einen ausgezeichneten Geschmack. Der Riesling, auch gerne als „Königin der Reben“ betitelt, zählt im Anbaugebiet Pfalz zur Vorzeigerebsorte. Auf einer Fläche von über 5000 Hektar, was einem Anteil von über 20 Prozent der gesamten Rebfläche entspricht, wird in der Pfalz Riesling angebaut. Auch Winzer in Australien, den USA und Frankreich versuchen sich im Anbau und der Vinifizierung von Riesling. Wobei es hier zum größten Teil beim Versuch bleibt und die Mengen sehr gering sind. Das Weinland Deutschland ist mit 45% die unangefochtene Nummer 1 der weltweiten Riesling-Produktion.

Riesling stellt die höchsten Ansprüche an die Lage, dafür aber eher geringe Ansprüche an den Boden. Je nach Standort bringt er unterschiedlich nuancierte Weine hervor, das Terroir des jeweiligen Anbaugebietes, spiegelt sich im Wein wider. Bei allen Unterschieden bewahrt der Riesling aber seinen für die Rebsorte typischen säuerlichen Geschmack und seine vielfältigen und lebendigen Aromen. Weintrinker auf der ganzen Welt schätzen genau deshalb den Riesling. Eine Besonderheit ist auch seine Langlebigkeit. Bei richtiger Lagerung kann ein Riesling fünf bis zehn Jahre, gegebenenfalls noch länger, reifen.

 

EINGESCHENKT! – So schmeckt Riesling

Seine lebendige Säure macht den Riesling so unverwechselbar. Trockener Riesling, wie er vor allem hier in der Pfalz ausgebaut wird, begeistert seine Fans mit einem fruchtigen Aroma, das an knackige grüne Äpfel erinnert. Vor allem bei jungen Weinen spielt hier noch eine schöne Zitrusnote mit. Reifere Weine werden etwas „runder“, die knackig-fruchtigen Aromen weichen vollmundigen Aromen, die an Pfirsich und Aprikose erinnern. Die vielen Facetten und die große Vielfalt an verschiedenen feinsten Geschmacksrichtungen sind eine weitere sehr bezeichnende Eigenschaft des Riesling. Kaum eine andere Rebsorte vermag es so wie der Riesling den Charakter des Bodens wiederzugeben. Rieslinge von  Kalk-, Schiefer- oder Buntsandsteinböden zeigen eine unverwechselbare mineralische Note. 

Die vielen unterschiedlichen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen des Riesling sprechen für diese Rebe. Im Stahltank werden unkomplizierte, fruchtige und mit der für den Riesling typischen Säure, Alltagsweine ausgebaut. In den höheren Qualitätsstufen erfolgt der Ausbau teilweise auch im Holzfass oder sogar im Steinfass. Im 500l Tonneuax wurde der BAUER Riesling OUT OF SPACE ausgebaut. „Tiefgründig wie den Fußabdruck eines Ochsen und dabei doch federleicht und unglaublich intensiv“, so beschreibt Winzer Alexander Bauer diesen außergewöhnlichen Riesling. Aber auch süße oder edelsüße Rieslinge ergänzen die ganze Vielfalt die diese Rebsorte bietet. Riesling Beerenauslesen oder Riesling Eisweine zählen zu den international am höchsten gehandelten Weinen aus Deutschland. Die Lagerfähigkeit von solchen Spitzen-Rieslingen ist, wenn richtig gelagert wird, beinahe unbegrenzt. Viele Rieslinge der höheren Qualitätsstufen erreichen erst nach einigen Jahren ihre optimale Trinkreife. Auch einen Riesling aus dem Basissegment kann man gut und gerne erst nach einem Jahr öffnen.

Ein prickelnder Hochgenuss sind Winzersekte aus der Pfalz. Die natürliche Säure des Riesling bietet ein gutes Potenzial zur Versektung. Für viel Wirbel sorgte etwa der VON BUHL Riesling Sekt, den Star-Önologe Mathieu Kauffmann, erstmals 2013 auf die Flasche brachte. Ein ausgesprochen fruchtiger und feinperliger Winzersekt aus der Paflz, der zurecht alle Blicke - vielmehr Gläser - auf sich gezogen hat.