Frucht, Körper, Charakter - wir lieben Silvaner!

Silvaner – körperreich, vollmundig und charaktervoll. Ein fruchtbetonter und vielschichtiger Weißwein, der die Herzen von Weinliebhabern erobert. Und das zum wiederholten Male, denn bis zu den 50er Jahren, war der Silvaner die wichtigste deutsche Rebsorte. Bis er dann vom Riesling verdrängt wurde und den Stempel des einfachen Vesperwein bekommen hat. Das hat sich grundlegend geändert. Der Silvaner erhält wieder mehr Beachtung und kann immer mehr Liebhaber von sich überzeugen. 2018 wurde der Silvaner in der Pfalz zur „Rebsorte des Jahres“ gewählt.

Silvaner eingeschenkt!

Silvaner, manchmal auch Grüner Silvaner genannt, ist ein Weißwein mit vielen Geschmacksvarianten. Erst einmal eingeschenkt, strömen einem die leicht erdigen oder mineralischen Aromen entgegen. Kaum eine andere Rebsorte gibt das Terroir so wider wie der Silvaner. Sein sehr feiner an frische Kräuter, geschnittene Gräser und Birnen, manchmal auch ein wenig Stachelbeere und tropische Früchte, erinnernde Duft eröffnen dem Weintrinker das ganze Aromenspektrum dieser Rebsorte und sein Talent als vielseitiger Begleiter zu den verschiedensten Speisen stellt er immer wieder unter Beweis. Hier lohnt es sich nicht nur die klassische Variante mit Spargel zu genießen, sondern auch ab und an neue Kombinationen zu probieren. Im Vergleich zum Riesling stellt sich die Weinsäure wesentlich milder dar, so gilt der Silvaner als  besonders bekömmlich.

Die Weine dieser Rebsorte werden vielseitig ausgebaut: neben frischen, manchmal erdigen und feinfruchtigen Weinen zur leichten Küche mit Gemüse und Kräutern, finden sich auch hochwertigere Weine mit einem cremigen, feinfruchtigen fast kräftigen Geschmack aus dem Holzfass. Dies sind vornehme Weine mit angenehmer Säure und einem verhaltenen Bukett. Als edelsüße Sorte wird Silvaner auch als Eiswein und Trockenbeerenauslese ausgebaut.


Silvaner – Pfälzer Rebsorte des Jahres 2018

Der Silvaner wurde in diesem Jahr von der Pfalzwein Werbung zur „Rebsorte des Jahres“ 2018 gewählt. Etwa 650 der rund 23 000 Hektar Weinberge entlang der Deutschen Weinstraße sind mit Silvanerreben bestockt. Noch in den 1950er Jahren betrug sein Anteil über 50 Prozent in der Pfalz und den deutschen Anbaugebieten.

Auch bei der Pfälzer Wein- und Sektmesse Messe „Wein am Dom“ in Speyer wurde die Rebsorte in ein besonderes Licht gerückt. Noch im ganzen Jahr 2018 wird es in der Pfalz immer wieder Silvaner-Verkostungen geben. Und mit Sicherheit wird diese Rebsorte auf diesem Weg und der steigenden Aufmerksamkeit viele neue Fans für sich gewinnen können.

 

Weinschorle mit Silvaner

Weinschorle mit Silvaner? Ja, bitte!

„Was wuonaschd is ä Blumevas, in de Palz is ä Dubbeglas!“ Für eine Pfälzer Weinschorle muss es nicht immer ein Riesling sein. Auch ein trockener Silvaner eignet sich hervorragend als Schorlewein. Der Silvaner Liter vom Weingut Bauer ist eine spritzige Alternative zur Pfälzer Rieslingschorle.

Die Pfälzer Weinschorle ist ein einfaches Mischgetränk aus viel! Wein und wenig! Wasser. Als Wein empfiehlt sich ein halbtrockener oder trockener Weißwein. Wählen Sie einen jungen, nicht zu komplexen aber sauberen und hochwertigen Wein aus. Dazu wird ein kohlensäurehaltiges Mineralwasser gemischt. Serviert natürlich im 0,5L Schoppenglas. In den heißen Sommermonaten kann man dann auch mal auf eine Sommerschorle umsteigen, diese wird mit einem halb-halb Mischverhältnis und je nach Fasson mit Eiswürfeln getrunken. Aber auf jeden Fall sollte man darauf achten einen leichten, spritzigen, trockenen (auch halbtrockenen) und ganz wichtig  fehlerfreien Wein zu benutzen, der auch pur gut zu genießen ist. Denn eine Weinschorle ist kein Platz um schlechten Wein loszuwerden, wie Nicht-Schorle-Trinker gerne behaupten. Auch durch die Kohlensäure im Wasser kommen eventuelle Fehler im Wein noch eher zur Geltung. So mischen die Pfälzer ihre Weinschorle frei nach dem Motto „für eine gute Schorle braucht es einen guten Wein“. Prost!


Zu Tisch bitte!

Silvanerweine spiegeln meist sehr gut ihr Terroir wieder und zeichnen sich wegen ihres harmonischen Verhältnisses von Säure zu Restsüße aus. Gerne wird der Silvaner auch als einfacher Wein für den täglichen Genuss angeboten.

Zur leichten und aromatischen Frühlings- und Sommerküche mit Salat, Gemüse, frischen Kräutern und Spargel empfehlen wir einen trockenen Silvaner aus der Pfalz vom Weingut Stentz . Dieser verspricht einen unkomplizierten Trinkgenuss mit frischen und fruchtigen Weinaromen beim Picknick, einer Landpartie mit Familie und Freunden oder auf der sommerlichen Terrasse.

Zu Gerichten mit Kalb und Geflügel  empfehlen wir in der kühleren Jahreszeit eine trocken ausgebaute Spätlese. Mit zunehmender Reife bekommt die Silvaner Spätlese einen typischen Holzcharakter. Servieren Sie etwa zu einem herbstlichen Ragout aus frischen Steinpilzen eine Silvaner Spätlese und lassen Sie sich von dieser Aromenvielfalt begeistern.

Ein edelsüßer Silvaner gefällt im Glas mit seinen reifen Aromen aus Birnen und Honig. In Kombination mit edelsüßen Nachspeisen oder auch einem Blauschimmelkäse mit Birnensenf, verweisen zwar die süßen Aromen auf den lieblichen Geschmack des Weins, lassen ihn aber trockener schmecken. Eine harmonische Komposition aus Wein und Dessert schaffen hier Nachspeisen, die mit feinen Honigaromen den Gaumen verwöhnen. Ein Honigparfait mit karamellisierten Mandeln bildet einen besonders feinen Abschluss eines besonderen Menüs.

Es gibt klassische Paarungen wie Prosecco als Aperitif, Weißwein zum Fisch und Rotwein zum Fleisch. Diesen bei der Auswahl, welchen Wein man zu einem Gericht servieren soll, zu folgen ist ein sicherer Weg. Aber Genuss kann auch anders. Es gibt durchaus unkonventionelle Verbindungen, die besondere Geschmackserfahrungen schaffen. Master Sommelier Hendrik Thoma beschreibt beim Feinschmecker Magazin neue, teilweise auch mutige Kombinationen, mit den Worten "Jeder soll das trinken, was er will und mag. In erster Linie geht es um Harmonie, dabei sollte man sich frei machen von starren Dogmen und erst einmal probieren.“ Genießen Sie doch einmal zu einem Schmorgericht mit dunklem Fleisch und Wurzelgemüse einen gereiften Silvaner aus dem Holzfass. Da die meisten Schmorbraten viel Fett haben, darf der Wein etwas mehr Alkohol haben um einen ebenbürtigen Gegenspieler zu bilden.

Besondere Empfehlung für Feinschmecker und Weinexperten: Der Sylvaner vom Ton (#219383)vom VDP Weingut Kranz in Ilbesheim ist ein gereifter Weißwein mit kräftigen erdigen Aromen. Die Reben wachsen in 25 jährigen Anlagen auf Südhängen Richtung Pfälzer Wald auf mittelschweren Böden. Kombinieren Sie diesen Wein doch einmal mit einem Kartoffelgratin als Beilage zu frischem Spargel. Das cremige Gratin harmoniert wunderbar mit den Weinaromen.

 

Spargel & Silvaner: Eine große Liebe!  

Spargel & Silvaner: Eine große Liebe!

Das Stangengemüse schmeckt nicht nur vorzüglich, sondern ist auch reich an wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen. Das königliche Gemüse, wie der Spargel oft genannt wird ist aufgrund seiner kurzen Verfügbarkeit im Jahr sehr beliebt. Da der Anbau von Spargel sehr aufwändig ist, denn Ernte und Aufbereitung erfolgen in Handarbeit, müssen die Bauern sehr viel Zeit und Arbeitskraft investieren, daraus resultiert dann der im Vergleich zu anderem Gemüse hohe Preis. Die Handarbeit und die kurze Verfügbarkeit bürgen für die vorzügliche Qualität von Spargel aus Deutschland.

Tipp: Reiben Sie die Stangen aneinander. Hören Sie ein Quietschen, ist der Spargel frisch.  

Spargel gilt als recht wählerisch bei der Auswahl seiner Partner. Sein leicht bitterer Geschmack ist nicht unbedingt für fruchtbetonte Rebsorten geeignet. Weine mit einer sanften Säure und einer eleganten Fruchtaromatik veredeln den Spargel und gehen eine perfekte Liaison mit ihm ein! Die  sanfte Säure und die Aromen des Silvaner, die an weiße Früchte, Nüsse und Kräuter erinnern schaffen es, den Spargel zu umschmeicheln und schaffen ein besonderes Geschmackserlebnis. Zu feinen Spargelgerichten reichen wir den Silvaner trocken vom Weingut Pfaffmann. Ein junger und frischer Weißwein mit einer leicht mineralischen Note und einem harmonischen Säurespiel. Ein unaufdringlicher Wein etwa zu Pfannkuchen, gefüllt mit Spargel garniert mit Grünem Salat und frisch gehackten Kräutern.

Küchentipp: Frisch gestochener Spargel besteht aus bis zu 95 Prozent Wasser, deshalb muss er für die Zubereitung unbedingt frisch sein. Die Spargel-Enden sollten auf keinen Fall hohl oder bräunlich verfärbt oder ausgetrocknet sein. Die Stangen dürfen sich nicht biegen lassen.

 

Zur Sache!

Vor rund 30 Jahren war der Silvaner noch die verbreitetste Rebsorte in Deutschland. Auf die Rebsorte fielen fast 30 Prozent der Fläche. In den 1970er Jahren begann der bislang ungebremste Rückgang der Rebflächen auf nur noch knapp 8 Prozent. Für diesen starken Rückgang werden verschiedene Faktoren verantwortlich gemacht. Viele Neuzüchtungen verdrängten den Silvaner, obwohl die Rebsorte nach Charakter und Qualität überlegen war, wurden die doch im Vergleich geringen Erträge als Nachteil ausgelegt. Zudem wurde der traditionelle Silvaner durch Klonenselektion vielerorts in einen breiten und aufdringlichen Wein verwandelt. Derzeit erlebt der Silvaner eine kleine Renaissance. Seine angenehme und unkomplizierte Art machen ihn zu einem idealen Speisenbegleiter und Wein für jeden Tag.

2013 waren rund 5 Prozent der gesamten Rebflächen in Deutschland mit Silvanerreben bepflanzt. Damit belegt der Silvaner Platz 4 der wichtigsten deutschen Weißweinsorten. Spitzenreiter ist Rheinhessen. Der Rheinhessen Silvaner gilt als besonders hochwertige Sorte. Bei niedrigen Erträgen, überzeugt der Silvaner mit seiner feinen Aromatik. Dabei spiegelt diese Rebsorte das Terroir perfekt wieder und verbindet diese erdigen oder mineralischen Tönen mit zarten Aromen, die an weiße Früchte erinnern. So entstehen charaktervolle und körperreiche Weine mit dezenter Fruchtnote und bekömmlicher Säure.

 

Ursprung!

Die Silvanerrebe, auch bekannt als Grüner Silvaner oder Sylvaner, stammt ursprünglich aus Österreich und entstand aus der natürlichen Kreuzung zwischen der Sorte Österreichisch Weiß und Traminer. Dieser beliebte Weißwein hat eine lange Tradition. Bereits im 17. Jahrhundert fand der Silvaner seinen Weg nach Deutschland. Es wird vermutet, dass Zisterziener-Mönche die Rebe aus Österreich eingeführt haben. Dokumentiert ist die Pflanzung der ersten Silvanerrebe in Castell/Franken im April 1659. Unter den neuen klimatischen Bedingungen und in den lehmigen und schweren Böden im Anbaugebiet Franken entfaltete der Silvaner einen neuen, ganz eigenen Charakter. So entwickelte sich der Silvaner zur beliebtesten Weinsorte Deutschlands. In den 1970er Jahren war der zurückhaltende Weißwein mit dem milden Säuregehalt die meistgepflanzte Rebsorte Deutschlands.

 

Im Weinberg: Silvaner angebaut 

Im Weinberg: Silvaner angebaut!

Die Silvanerrebe zeichnet sich durch einen kräftigen Wuchs aus. Eine Rebsorte, die zwar hohe Erträge erzielt, aber frostempfindlich ist und als anfällig für den echten Mehltau gilt. Die Blätter sind mittelgroß, anfangs gelblich gefärbt, später eher hellgrün, rundlich in der Form mit einer schwachen Zähnung. Die Trauben der Silvanerrebe reifen zwischen Anfang und Mitte Oktober, sind mittelgroß und wachsen eher kompakt.

Silvaner ist bei den Winzern als zuverlässige Rebsorte beliebt, die mit den unterschiedlichsten Bodentypen zurechtkommt. Vielmehr entsteht durch die Bodenbeschaffenheit und den Standort, die für den Silvaner typische große Geschmacksvielfalt. Zarte und fruchtige Aromen zeichnen den Silvaner aus und der gut bekömmliche Säuregehalt macht den Wein zu einem beliebten und zuverlässigen Speisenbegleiter und Wein für jeden Tag.

Ein Silvaner ist aber nicht nur ein leichter und süffiger Trinkwein. Bei geringen Erträgen liefert die Rebsorte beste Qualitäten, die sich auch für den Ausbau im Barrique eignen und zu cremigen und vollmundigen Weinen ´mit erdigem Charakter reifen. Überreife und edelfaule Trauben eignen sich besonders gut zur Herstellung von Süßweinen wie Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein.

Die Rebsorten Bacchus, Morio-Muskat und Rieslaner sind aus Kreuzungen mit Silvaner hervorgegangen.