Tempranillo ist die bedeutendste Rotweinsorte Spaniens und bildet die Grundlage vieler weltweit bekannter Weine, insbesondere aus den Regionen Rioja und Ribera del Duero. Der Name leitet sich vom spanischen Wort „temprano“ („früh“) ab und verweist auf die vergleichsweise frühe Reife der Trauben. Außerhalb Spaniens ist Tempranillo auch in Portugal verbreitet, wo er die Namen Tinta Fina, Tinta Roriz oder Aragonez trägt.
Die Rebsorte zeichnet sich durch dickschalige Beeren aus, aus denen tiefdunkle, strukturierte Weine gewonnen werden. Typische Aromen sind rote und schwarze Früchte wie Kirschen, Pflaumen und Beeren, ergänzt durch Noten von Tabak, Leder, Vanille oder Gewürzen – insbesondere, wenn der Wein im Eichenfass ausgebaut wird.
Tempranillo ist sehr vielseitig: Aus ihm entstehen sowohl junge, fruchtige Weine mit weichen Tanninen als auch komplexe, langlebige Spitzenweine. In Rioja werden die Weine nach ihrer Reifezeit klassifiziert: von Crianza (mindestens zwei Jahre Reife, davon ein Jahr im Fass) über Reserva bis Gran Reserva mit besonders langer Fass- und Flaschenlagerung.
Die Rebsorte gedeiht am besten in Regionen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, da dies die Aromenvielfalt fördert. Heute wird Tempranillo auch in Ländern wie Argentinien, den USA und Australien angebaut.
Er ist ein ausgezeichneter Begleiter zu gegrilltem Fleisch, Eintöpfen, Tapas und kräftigem Käse und gilt als Inbegriff spanischer Rotweinkultur.